Das Geheimnis der Holzskulpturen von Peter Nettesheim liegt in ihrer Geheimnislosigkeit. Die Figuren, die seinen bildhauerischen Kosmos bevölkern, sind nicht der Fantasie des Künstlers entsprungen, sie sind weder allegorisch noch symbolisch, entstammen nicht der Mythologie und beziehen sich nur in Ausnahmefällen auf die (Kunst-)Geschichte. Wer Nettesheims Skulpturen begegnet, glaubt, die dar- gestellten Fahrradfahrer und Inlinerinnen, die Sprayer und Turnerinnen, die Handy-Telefonier und -Fotografierer, die Mütter, Schwimmer und Spielkinder, die Ar- beiter und Joggerinnen schon längst aus dem täglichen Leben zu kennen. Realismus ist ein in der Kunstgeschichte oft und oft leichtfertig benutzter Terminus; auf die Skulpturen von Peter Nettesheim trifft er ohne Einschränkung zu (….)

Peter Nettesheims Kunst ist modern in dem Sinne, wie es Charles Baudelaire bereits in seinem 1863 veröffentlichten Essay „Der Maler des modernen Lebens“ formulierte. Im Kapitel „Modernität“ wundert sich Baudelaire über die Tendenz der Künstler seiner Zeit, „alle Personen in historische Kostüme zu kleiden“, sei es in antike Gewänder, sei es in Kleider der Renaissance. Er plädiert dafür, zeitgenössische Figuren auch in zeitgenössischer Weise einzukleiden, wohl wissend, dass Kleidungsstile – und das gleiche gilt für Frisuren und Alltagsgegenstände – wechselnden Moden unterworfen sind. Für Peter Nettesheim ist dies eine Selbstverständlichkeit, seine Figuren tragen immer die Kleidung ihrer Zeit.

((Textauszug  aus dem Buch: Dr. Peter Lodermeyer)

 

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