„Farbe und Schrift – diese beiden Großthemen im Werk von Bernhard Striebel sind auf komplexe Weise verklammert und verwoben, einerseits durch den Begriff des Raumes beziehungsweise die Präsenz des tatsächlichen Raumes, in dem sich die Arbeiten als materielle Objekte befinden, andererseits durch eine Thematik, die in seinen Arbeiten häufig explizit und noch öfter implizit aufscheint: das Konzept „Bild“. Striebels Kunst arbeitet sich immer wieder am Bildbegriff ab. Was ist Bildlichkeit? Wie funktionieren Bilder? Was macht ein Bild zum Bild? Wo ist der Ort der Bilder: an der Wand, im Raum, im Kopf der Betrachtenden, in ihrer Vorstellung, im Begriff? Es sind bildtheoretische Fragen, die hier berührt, aber in einem bildpraktischen Sinne ausgetestet werden, denn Striebel illustriert keineswegs theoretische Vorannahmen, er erkundet vielmehr Bildmöglichkeiten und schafft somit erst das Material für deren theoretische Durchdringung und Bearbeitung.“